Hepatitis B

Hepatitis B ist eine LeberentzĂŒndung, die durch das Virus HB verursacht wird. Sie ist leicht ĂŒbertragbar, vor allem beim Sex sowie durch verunreinigte Spritzen und Zubehör beim Drogenkonsum. Die Infektion kann chronisch werden, also dauerhaft krank machen.

Auch Menschen mit HIV sollten sich gegen Hepatitis B impfen lassen. Bei ihnen kommt die Hepatitis B hÀufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt und sie wird hÀufiger chronisch. Auch eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) kommt bei ihnen hÀufiger vor.

AusfĂŒhrliche Informationen zu allen Formen von Hepatitis finden Sie auf der Seite der Deutsche Aidshilfe.

Verlauf

Zwischen Ansteckung und Erkrankung vergehen im Durchschnitt zwei bis drei Monate. Die Krankheit verlĂ€uft von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich. Bei bis zu zwei Dritteln der FĂ€lle treten keine oder nur geringe Krankheitszeichen auf, die oft mit einer Grippe verwechselt werden. Bei einem Drittel kommt es zu Beginn – meist zwei bis drei Monate nach der Ansteckung – zu Beschwerden.

Dazu gehören zum Beispiel Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und HautverĂ€nderungen. Bei etwa einem Drittel der FĂ€lle entwickelt sich dann eine Gelbsucht: Augen und Haut fĂ€rben sich gelb, der Urin wird dunkler, der Kot heller.

Bei Erwachsenen wird der Körper meist selbst mit der Infektion fertig – die Beschwerden klingen nach einigen Wochen wieder ab. Manchmal aber wird die Krankheit zum Dauerzustand (chronisch) und muss behandelt werden. Wird sie nicht behandelt, kann es zu schweren VerlĂ€ufen bis hin zu Leberversagen kommen.

Übertragung

Hepatitis B ist leicht ĂŒbertragbar. Das Virus wird vor allem durch Blut ĂŒbertragen. Es befindet sich aber in geringerer Menge auch in anderen KörperflĂŒssigkeiten wie Speichel, Samen, VaginalflĂŒssigkeit, im Urin, in TrĂ€nen und in Muttermilch.

Übertragen wird es vor allem beim Sex (vaginal, anal, oral). Wenn auch Blut im Spiel ist, erhöht sich das Risiko: FĂŒr eine Ansteckung reicht schon eine winzige Menge aus, die ĂŒber kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper gelangt.

Ein besonders hohes Risiko besteht bei der gemeinsamen Benutzung von Spritzen und Zubehör (Löffel, Filter, Tupfer), wenn Drogen gespritzt werden. Aber auch das Röhrchen zum Sniefen (Schnupfen) von Drogen wie Kokain kann ĂŒber kleinste Mengen Blut Hepatitis B ĂŒbertragen. Auch bei der gemeinsamen Benutzung von ZahnbĂŒrsten, Rasierern und Nagelscheren sowie beim Piercen und TĂ€towieren mit nicht sterilem GerĂ€t besteht ein Risiko.

Hepatitis B kann außerdem in der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen auf das Kind ĂŒbertragen werden.

Schutz

Der sicherste Schutz gegen eine Hepatitis B ist die Impfung. Sie erfolgt in der Regel gemeinsam mit der Impfung gegen Hepatitis A. Empfohlen wird die Impfung fĂŒr alle Menschen. Impfen lassen kann man sich beim Gesundheitsamt oder bei HausĂ€rzt*innen.

Durch Kondome lĂ€sst sich das Risiko einer Hepatitis B zwar reduzieren, aber nicht ausschließen.

Beim Drogenkonsum schĂŒtzt man sich am besten, indem man nur sein eigenes Spritzbesteck und Zubehör benutzt. Dies wird Safer Use genannt. Mehr Infos dazu auf den Seiten der Deutschen Aidshilfe.

Diagnose

Eine Hepatitis B wird durch einen Bluttest festgestellt.

Wir bieten einen Test auf Hepatitis B zweimal im Monat an. Mehr Infos zum Checkpoint findet man hier, und zu unsem Test- und Beratungsangebot zu HIV und anderen sexuell ĂŒbertragbaren Infektionen hier.

Therapie

In der ersten, akuten Phase werden lediglich die Beschwerden behandelt. Wichtig ist, auf leberschÀdigende Substanzen wie Alkohol, Drogen oder nicht unbedingt notwendige Medikamente sowie auf fettreiches Essen zu verzichten.

Die Behandlung der chronischen Hepatitis B dauert Monate bis Jahre, manchmal mĂŒssen die Medikamente sogar lebenslang eingenommen werden, damit sich das Virus nicht wieder vermehrt.

Bei Menschen mit HIV und Hepatitis B („Koinfektion“) muss die Therapie beider Infektionen aufeinander abgestimmt werden, da teilweise die gleichen Medikamente zum Einsatz kommen. Die Behandlung einer Koinfektion gehört immer in die Hand erfahrener Ärzt*innen.