Syphilis / Lues

Syphilis ist eine leicht √ľbertragbare Krankheit, die von Bakterien verursacht wird. Fr√ľh erkannt, kann die Syphilis heutzutage mit Antibiotika geheilt werden. Wenn sie aber nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie schwerwiegende gesundheitliche Sch√§den nachsichziehen. Die Syphilis wird auch Lues oder ‚Äěharter Schanker‚Äú genannt.

Bei Menschen mit HIV schreitet die Krankheit oft schneller voran. Bei ihnen bricht die Krankheit auch häufiger wieder aus, obwohl sie Medikamente dagegen erhalten haben. Außerdem fällt der Bluttest auf Syphilis bei Menschen mit HIV manchmal negativ aus, obwohl eine Infektion vorliegt.

Nach einer Syphilis-Therapie muss bei HIV-Positiven noch regelm√§√üig ein Blutttest durchgef√ľhrt werden, um sicherzustellen, dass die Syphilis wirklich dauerhaft erfolgreich therapiert wurde und nicht wiederaufflammt.

Syphilisinfektionen werden von der Praxis beziehungsweise dem Labor, in der sie festgestellt werden, an das Robert-Koch-Institut gemeldet, das die Verbreitung von Infektionskrankheiten in Deutschland √ľberwacht. Der Name der Person wird dabei aber nicht genannt.

Verlauf

Die Syphilis bringt sehr verschiedene Beschwerden und Verl√§ufe hervor. Deswegen wird sie oft √ľbersehen oder mit anderen Krankheiten verwechselt.

Zu Beginn entsteht oft ein kleines Geschw√ľr an der Stelle, wo der Erreger in den K√∂rper eingedrungen ist, zum Beispiel am Penis, in der Vagina, im Analbereich oder am Mund. Hinzu kommen Schwellungen der Lymphknoten. Diese Symptome klingen meist von selber wieder ab.

Nach etwa zwei Monaten kann es zu Beschwerden wie Fieber,  Kopf- und Gelenkschmerzen kommen. Häufig bilden sich Hautausschläge und Belag auf der Zunge. Auch diese Krankheitszeichen klingen von alleine wieder ab. Meist macht sich die Syphilis danach nicht mehr bemerkbar.

Kommt es stattdessen nach Jahren zur dritten Phase der Krankheit, treten √ľberall am K√∂rper Geschw√ľre auf. Auch die Organe und das Nervensystem k√∂nnen gesch√§digt werden ‚Äď bis hin zu Taubheit, Blindheit und neurologischem Verfall. Dank guter Behandlungsm√∂glichkeiten kommt es dazu aber heute so gut wie gar nicht mehr.

√úbertragung

Die Syphilis ist leicht √ľbertragbar. Die Erreger befinden sich √ľberall, wo sich Haut oder Schleimhaut durch die Krankheit ver√§ndern und Fl√ľssigkeit absondern, au√üerdem im Blut.

√úber kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut (zum Beispiel im Mund, im Analbereich, am Penis oder in der Vagina) k√∂nnen die Bakterien in den K√∂rper eines anderen Menschen eindringen. Meistens passiert das beim ungesch√ľtzten Vaginal- oder Analverkehr. Aber auch beim Oralverkehr kann die Syphilis √ľbertragen werden. Besonders leicht ist eine √úbertragung von gemeinsam benutzten Spritzen beim Drogenkonsum.

Schwangere können die Bakterien an ihr ungeborenes Kind weitergeben.

Auch Menschen, die keine Symptome sp√ľren, k√∂nnen andere anstecken.

Schutz

Die √úbertragung einer Syphilis kann man beim Sex nicht vollst√§ndig ausschlie√üen, durch Kondome aber senken. Den Kontakt mit n√§ssenden Hautstellen des Anderen sollte man meiden. Kommen Sexspielzeuge zum Einsatz, sollte man f√ľr jeden Menschen ein neues Kondom dar√ľber ziehen und danach gr√ľndlich reinigen.

Besonders wichtig: Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartner*innen sollten sich einmal im Jahr auf Syphilis testen lassen, um die Krankheit gegebenenfalls rechtzeitig behandeln zu können und sie nicht weiterzugeben.

Diagnose

Syphilis kann durch einen Bluttest festgestellt werden. Bei Menschen mit HIV fällt der Bluttest manchmal negativ aus, obwohl eine Infektion vorliegt.

Wir bieten einen Test auf Syphilis zweimal im Monat an. Mehr Infos zum Checkpoint, unser Test- und Beratungsangebot zu HIV und anderen sexuell √ľbertragbaren Infektionen.

Therapie

Die Syphilis wird mit Antibiotika behandelt, meistens mit Penizillin. Die Medikamente werden in einen Muskel gespritzt oder ‚Äď bei schweren Verl√§ufen ‚Äď per Infusion in eine Ader gegeben. Wird die Krankheit in den ersten beiden Stadien behandelt, dauert die Therapie zwei bis drei Wochen. Auch in sp√§teren Krankheitsphasen ist eine Behandlung noch m√∂glich, allerdings dauert die Therapie dann meistens l√§nger.

Menschen mit einer Syphilis sollten auf Sex verzichten, bis die Therapie beendet ist. Soweit möglich, sollten sie ihre Sexpartner*innen informieren, dass sie sich infiziert haben könnten. Auch diese sollten sich auf Syphilis untersuchen lassen.